Ich backs ned...

Meine Oma ist ein Koryphäe in der Küche. Vor allem Süßspeisen wie Kuchen, Torten und handliche pick-süße Zuckersnacks hat sie perfektioniert.
Das haben all diese Jahrgänge so an sich.
Sie glänzen durch eine einwandfreie Vorbereitung und das ideale Endergebnis, das pünktlichst (und mit einem bescheidenen aber wissenden Lächeln) serviert wird.
Ah genau und nebenbei erwähnt, ist auch noch zeitgerecht die Küche aufgeräumt und eine rasche Staubsauger-Session wurde auch eingelegt. Man ist ja top-organisiert!
Sie probieren „mal was Neues“ – vertauschen Zutaten, Mengen und ganze Hauptbestandteile von Rezepten – reichen die Eigenkreationen bei Familienfesten und alles schmeckt… zum Niederknien.

Ich kaufe meine Tiefkühlpizza selbst und auch nach 5   Jahren Tourismusschule mit Kochlehrer, der sich „stets bemühte“, scheine ich nach wie vor Probleme damit zu haben, Wasser nicht anbrennen zu lassen. 
Eh egal. Jetzt wird ja alles anders. 
Vor zwei Wochen ist es mich überkommen – ich hab mir Rezepte, eine Kuchenform und weise Ratschläge von Oma geholt.
Bis auf die Form würde ich laut ihr alles behalten können;  
Zum Projektbeginn habe ich zielstrebig diese „Basiszutaten“ in die WG geschafft. Butter, Mehl, Zucker, Eier, Rum, M&Ms. Letztere für mich zum Nerven-bewahren.
Und dann ging´s los. 

Mit viel Liebe und gutem Willen, Unwissen und Wahnsinn. 
Der Erstversuch hat mir Tränen in die Augen getrieben. Beim zweiten war ich nur noch persönlich beleidigt. Heute hab ich mich an einem Stricknadelkuchen versucht.
(Meine Oma nennt den so – ich ändere den Namen sicher auf einen cooleren, sollte das Ding nächstes Mal besser gelingen.)

Nachwievor bickt der Teig an meinen Finger, das Mehl an meinen Wangen und die runter-geronnen Cremen an meinen nackten Zehen ABER ich zieh die Sache durch.
Es wird einen Kuchen geben, der all diese schönen Adjektive wie flaumig, schaumig, wolkig oder geschmacksintensiv verdient. Einen den ich bei der nächsten Familiensause mit einem professionellen Lächeln vorlege. Ich bin eine junge Frau, die einen Kuchen mitbringen kann, wenn sie wo eingeladen wird. Ein gern gesehener Gast mit dieser anmutend schönen Kreation auf dem Arm.
Hach, ich werde mich feiern und bejubeln lassen… und wenn das in „Steffis Backstube“ so weitergeht. schleunigst lernen, wie man unauffällig sämtliche Coppenrath & Wiese-Pickerl runterkletzlt…

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